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Digitale Bildung: So funktioniert’s in der Praxis

Der Digitalpakt ist in aller Munde. Grundgesetzänderung ja oder nein? Fünf Milliarden Euro für die Schulen? Doch worum geht es hier eigentlich? Wie funktioniert Unterricht mit digitalen Medien? Wie können Tablets, Smartphones oder noch futuristischere Technologien sinnvoll im Klassenzimmer eingesetzt werden? Beim Tag der Digitalisierung an der Integrierten Gesamtschule Contwig brachten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Offenen Digitalisierungsallianz Pfalz ihre Ideen und Technologien im November 2018 mit zum Ausprobieren und zum Praxistest vor Ort.

Im Gepäck hatten die Forscherinnen und Forscher der TU Kaiserslautern unter anderem Tablet-Computer mit digitalen Arbeitsblättern. Da stellt sich die Frage, warum man stattdessen nicht einfach ein Blatt Papier nutzen könnte? Digitale Arbeitsblätter sind ein Paradebeispiel dafür, dass digitale Medien im Unterricht nicht immer alles verändern werden, aber vorhandene Angebote sinnvoll ergänzen können. Arbeitsblatt bleibt Arbeitsblatt. Aber Zusatzmaterialien wie Hintergrundinformationen, Tipps zum Lösen einer Aufgabe, weiterführende Literatur – all das kann bei Bedarf direkt auf dem Tablet „on demand“ eingeblendet werden. So können abstrakte Inhalte oder auch dynamische Prozesse besser veranschaulicht und das „Unsichtbare“ sichtbar gemacht werden. Darüber hinaus bietet sich die Möglichkeit, individuelle Lernwege der Lernenden nachzuverfolgen und zu diagnostizieren, um eine zielgerichtete Förderung und Forderung dieser zu ermöglichen. Der Prozess des Lernens ändert sich nicht, wird aber sinnvoll erleichtert.

Futuristischer wirken da schon die Brillen, mit denen Zusatzinformationen im Blickfeld der Schülerinnen und Schüler eingeblendet werden können. Experten reden hier von ‚Augmented Reality‘ (AR), der erweiterten Wirklichkeit. Mit was die Realität dabei erweitert werden kann, sind beispielsweise Versuchsdaten bei Experimenten im Physikunterricht. Statt den Versuch erst durchzuführen und die aufgezeichneten Daten auf einem Bildschirm neben dem Experiment oder im Nachhinein auf einem Ausdruck zu begutachten, sehen Lernende die Informationen dank der Augmented Reality-Brille direkt bei der Versuchsanordnung zeitgleich in Echtzeit selbst. Natürlich stehen die Daten auch danach noch zur weiteren Auswertung zur Verfügung, aber durch die unvermittelte Einblendung in das Sichtfeld ist ein umfassenderer Blick auf das Experiment möglich, was direktes Feedback, schnellere Schlussfolgerungen und ein besseres Verständnis erzeugt.

„Mein Traumhaus in 3D – virtuell gebaut“ oder „Datensicherheit / Informationelle Selbstbestimmung“ sind Beispiele für Schüler-Workshops, über die Mitarbeitende der Hochschule Kaiserslautern informierten. Innovative Lösungen für Problemstellungen einer sich zunehmend digitalisierten Welt werden sichtbar. Auch Wissenschaftsorte verändern sich, so konnten ein Reinraum der Hochschule am Campus Zweibrücken, der Fahrsimulator RODOS® des Fraunhofer ITWM oder das Labor des Lehrgebiets Elektrotechnische Systeme der Mechatronik der Hochschule am Campus in Kaiserslautern mit einer Virtual-Reality-Brille besucht und besichtigt werden. Die IGS Contwig und die Hochschule Kaiserslautern kooperieren bereits seit längerer Zeit und werden auch in Zukunft noch enger zu Aspekten der Digitalisierung zusammenarbeiten.

„Eines unserer Ziele im Rahmen der Offenen Digitalisierungsallianz Pfalz ist die Entwicklung innovativer Lehr-Lernformate mit Medien und Technologien von heute und morgen. Diese und der Einsatz moderner Methoden und technischer Medien auch im Rahmen eines ‘Klassenraums der Zukunft‘ haben wir gerne am Tag der Digitalisierung an der IGS Contwig, die eine wichtige Partnerschule im Rahmen dieses Projekts ist, vorgestellt“, so Prof. Dr. Jochen Kuhn (TU Kaiserslautern, Didaktik der Physik).

Sind Sie daran interessiert, die neuen Technologien selbst auszuprobieren oder sich Fachwissen diesbezüglich anzueignen? Kommen Sie gerne auf uns zu!

Schlagworte
#Bildung #Digitaler Unterricht #AugmentedReality #DigitaleArbeitsblätter #WissenschaftvorOrt

Weiterführende Links
Didaktik der Physik, TU Kaiserslautern
Didaktik der Chemie, TU Kaiserslautern
Fraunhofer ITWM

Ansprechpartner
Chantal Momber
Transfermanagerin- und Kommunikationsmanagerin, Offene Digitalisierungsallianz Pfalz
E-Mail: momber@rti.uni-kl.de

Sascha Adam
Transfermanager, Offene Digitalisierungsallianz Pfalz
E-Mail: sascha.adam@hs-kl.de