Kooperation zur bedarfsgerechten Weiterentwicklung personalwirtschaftlicher Praktiken

Am 18. Mai 2026 fand die Abschlussveranstaltung eines Kooperationsprojekts zwischen dem Unternehmen Purem by Eberspächer am Standort Neunkirchen und Studierenden der Hochschule Kaiserslautern statt. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit standen ausgewählte Fragestellungen der Personalarbeit mit Bezug zur Ausbildung, zum Ausbildungsmarketing sowie zur internen Kommunikation. Als methodische Grundlage diente, wie bereits in zahlreichen früheren Kooperationsprojekten, das Transfertool „Analytische Praxiserkundung“.

Das Projekt wurde seitens der Hochschule von Prof. Dr. Susanne Bartscher-Finzer initiiert und fachlich begleitet. Die operative Betreuung erfolgte durch die Projektmitarbeiterin Caroline Müller sowie María José Zapata. Auf Unternehmensseite wurde das Projekt von Thomas Becker (Senior Manager Vocational Education) koordiniert. Für die fachlichen Arbeitsgespräche standen den Studierenden darüber hinaus Jens-Oliver Schley (Leitung der gewerblichen Ausbildung) und Johanna Stephan (HR Business Partnerin) als Expertinnen und Experten aus den Bereichen Ausbildung, und interne Kommunikation zur Verfügung.

Zu Beginn der Abschlussveranstaltung führte Caroline Müller in das Projekt ein. Sie erläuterte die Zielsetzung der Kooperation, den Verlauf der Zusammenarbeit im Semester sowie die Funktion des Transfertools „Analytische Praxiserkundung“ als methodische Grundlage für die Verbindung von wissenschaftlicher Analyse und betrieblicher Praxis. Anschließend gab María José Zapata einen kurzen Einblick in ihre Erfahrungen im Projektverlauf und reflektierte insbesondere den Perspektivwechsel, der mit ihrer neuen Rolle als Betreuerin einer studentischen Projektgruppe verbunden war.

Im weiteren Verlauf präsentierten die vier studentischen Teams ihre Ergebnisse, die sie in den vergangenen Wochen auf Basis von Literaturanalysen, Betriebsbesichtigungen sowie Expertengesprächen entwickelt hatten.

Das erste Team beschäftigte sich mit dem Thema „Patensystem für gewerbliche Auszubildende“. Die Studierenden entwickelten einen sogenannten „Azubi-Patenpool mit digitaler Anbindung“. Der Lösungsansatz verbindet persönliche Ansprechpartner mit digitalen Kommunikationsmöglichkeiten und berücksichtigt insbesondere die Herausforderungen, die durch unterschiedliche Einsatzorte und Berufsschulphasen entstehen. Ziel ist ein niederschwelliger Wissens- und Erfahrungsaustausch, der Orientierung schafft, die soziale Integration fördert und die Ausbildungsqualität unterstützt.

Das zweite Team widmete sich dem Thema „Patensystem für duale Studierende“. Auf Grundlage ihrer Analysen entwickelten die Studierenden ein semi-formales Buddy-System, das zum Ziel hat, dual Studierende bereits vor dem Einstieg ins Unternehmen zu begleiten. Die ausgearbeiteten Überlegungen umfassen unter anderem eine Vorabvernetzung, einen gemeinsamen Kick-off, regelmäßige Austauschtermine sowie einen strukturierten Übergang zwischen den Buddy-Generationen. Ziel ist es, die soziale Integration zu erleichtern, Orientierung zu bieten und den Einstieg in Studium und Unternehmen nachhaltig zu unterstützen.

Das dritte Team befasste sich mit dem Thema „Ausbildungsmarketing“. Die Studierenden identifizierten insbesondere die sinkende Zahl geeigneter Bewerbungen sowie die Sichtbarkeit des Unternehmens als zentrale Herausforderungen. Als Weiterentwicklungsvorschlag entwickelten sie Ansatzpunkte zur Optimierung von Stellenanzeigen für Suchmaschinen und KI-Systeme sowie eine zielgruppengerechte Kombination digitaler und analoger Kommunikationskanäle. Ziel ist es, die Reichweite und Attraktivität von Purem by Eberspächer als Ausbildungsunternehmen weiter zu steigern.

Das vierte Team beschäftigte sich mit dem Thema „Interne Unternehmenskommunikation“. Die Studierenden analysierten die bestehenden Kommunikationswege bei Purem by Eberspächer und identifizierten Herausforderungen bei der Erreichbarkeit unterschiedlicher Beschäftigtengruppen. Sie entwickelten einen Lösungsansatz zur besseren Verzahnung analoger und digitaler Kommunikationswege. Im Mittelpunkt stehen eine attraktivere Gestaltung des Schwarzen Bretts sowie ergänzende digitale und interaktive Informationsangebote. Ziel ist es, Informationen zugänglicher zu machen und die interne Kommunikation nachhaltig zu stärken.

Im Anschluss an die Präsentationen diskutierten die Unternehmensvertreter gemeinsam mit den Studierenden die vorgestellten Ideen, deren Wirkungsanalyse und die weitere Bearbeitung im Unternehmen. Die Ergebnisse wurden von den Vertretern und Vertreterinnen des Unternehmens sehr positiv aufgenommen.

Die erarbeiteten Gestaltungsvorschläge sollen den Unternehmensexperten als Grundlage für weitere unternehmensinterne Diskussionen dienen. Die Studierenden erhielten die Möglichkeit sich mit Hilfe des Analysetools gestaltungsorientiert und tiefgründig mit einer personalwirtschaftlichen Thematik zu beschäftigen, fachkundig begleitet zu werden und auf Augenhöhe mit Experten der Praxis interagieren zu können.

Zum Abschluss bedankten sich alle Seiten für die vertrauensvolle und produktive Zusammenarbeit. Die positive Resonanz auf die Projektergebnisse verdeutlicht erneut den Mehrwert des Austauschs zwischen Hochschule und Unternehmen und unterstreicht die Bedeutung solcher Kooperationen für die praxisnahe Weiterentwicklung personalwirtschaftlicher Fragestellungen. Sie interessieren sich für einen Austausch bzw. eine Kooperation zum Thema „Situationsgerechte Personalarbeit“? Wenden Sie sich gerne an Prof. Dr. Susanne Bartscher-Finzer (susanne.bartscherfinzer@hs-kl.de) oder Caroline Müller (caroline.mueller@hs-kl.de).