Austausch Demokratie

Neue Umpulse für Demokratie und politische Bildung

Wie passen politische Bildung und ein Fußballstadion zusammen? Bei einem ersten Zusammentreffen zwischen der Hochschule Kaiserslautern, der Stadtverwaltung Kaiserslautern und der Initiative „Lernort Stadion“ des 1. FC Kaiserslautern wurde schnell deutlich, wie groß das gemeinsame Interesse an neuen Vermittlungsformen und -Orten für junge Zielgruppen ist. In offener Atmosphäre wurden deswegen zwei innovative Projekte diskutiert, welche als Vorreiter vielleicht schon bald wichtige Themen wie Antidiskriminierung, Antisemitismus und kulturelle Vielfalt greifbarer und erlebbarer machen.

Im Zentrum des Treffens standen die zwei prototypischen Projekte „Reload Democracy“ und „BELLEVUE“, welche aus studentischen Semesterarbeiten hervorgegangen sind und seitdem (teilweise) eigenständig weiterentwickelt wurden. Beide Projekte eint der Anspruch, Fragestellungen über politische Themen für Jugendliche zugänglicher und interaktiver zu gestalten: Unter anderem mit den Mitteln von Virtual Experience und Gamification.

Über Reload Democracy

„Reload Democracy“ setzt dabei auf ein immersives Erlebnis, indem sie das Computerspiel „Fortnite“ als (Entwicklungs-)Plattform nutzt, um besonders junge Menschen von 14- bis 24-Jahren zu erreichen. Dabei spielen die User*innen zusammen, besuchen inhaltlich passende Workshops und Talks zu aktuellen politischen Themen, und feiern eine bunte Gesellschaft. Durch das spielerische Setting wird die Zielgruppe direkt dort angesprochen, wo sie sich frei und ohne pädagogischen Druck aufhält. Ziel ist es, nicht nur Wissen auf spaßige Art und Weise zu vermitteln, sondern auch ein tiefergehendes Verständnis für demokratische Prozesse und deren Fragilität zu fördern.

Über BELLEVUE

Das Projekt „BELLEVUE“ verfolgt einen hybriden Ansatz und erweitert analoge Elemente aus klassischen Brettspielen mit digitalen Elementen zu einem interaktiven Gesamterlebnis. Die Spielumgebung selbst besteht aus einer digital projizierten Stadt, die als dynamisches Abbild unserer Gesellschaft und Visualisierung des Spielverlaufs fungiert. Durch den Einsatz von RFID-Technologie werden physische Spielaktionen mit digitalen Reaktionen verknüpft, um ein adaptives, reaktives Spielgeschehen zu schaffen. Die Spielerinnen und Spieler werden im Laufe des Spiels mit unterschiedlichen Fragestellungen konfrontiert, wie sie auch heute schon in der Weltpolitik auftauchen. Ziel ist es, ein Bewusstsein für aktuelle Herausforderungen zu schaffen und gleichzeitig Kompetenzen wie Perspektivwechsel, strategisches Denken und kollaboratives Problemlösen zu fördern.

Raum für Ideen und Weiterentwicklungen

Die Präsentation der Prototypen wurde von einem intensiven Austausch begleitet. Betont wurde hierbei vor allem die Relevanz solcher Formate für die außerschulische Bildungsarbeit. Neben der inhaltlichen Diskussion standen aber auch Fragen der praktischen Umsetzung im Raum, die es noch näher zu untersuchen gibt. Das Treffen markierte einen vielversprechenden Auftakt für weitere Zusammenarbeit. Die Verbindung von Design, Technologie und politischer Bildung wurde von allen Beteiligten als große Chance verstanden, neue Wege der Ansprache zu erschließen und demokratische Kompetenzen zeitgemäß zu fördern.

Sie interessieren sich für einen Austausch bzw. eine Kooperation zum Thema „Gamifikation, „neue Kommunikationsformen“ und „Experience Design“? Wenden Sie sich gerne an Christian Schmachtenberg (christian.schmachtenberg@hs-kl.de).